Rede Mathias von Gersdorff beim Marsch fürs Leben München 2026
Wir sind hier alle versammelt, um ein gemeinsames Zeugnis für christliche Werte, für das Leben, für die Gerechtigkeit und für die Wahrheit abzugeben.
Und wir geben dieses Zeugnis in einer Zeit ab, in der sich die „Kultur des Todes“ immer mehr ausbreitet und immer mehr das Gewissen vieler verdunkelt. Ja, wir leben in einer Gesellschaft, die den Sinn und sogar den Instinkt für das Leben und das Überleben verloren hat.
Einige Beispiele der letzten Zeit.
Die schwarz-rote Koalition agitiert gerade gegen das Ehegattensplitting, welches verheirateten Ehepaaren zukommt. Eine Abschaffung würde eine Mehrbelastung von 25 Milliarden Euro für die Familien JÄHRLICH bedeuten, so eine Studie des „Institut der Deutschen Wirtschaft“. Rund 91 Prozent des Splittingeffekts entfallen auf Ehepaare mit Kindern. Alle Studien zeigen: Ehepaare wünschen sich mehr Kinder, doch die finanziellen Schwierigkeiten sind ein großes Problem. Fazit: Die Abschaffung des Ehegattensplittings ist ein direkter Angriff auf Familien mit Kindern.
Obwohl Deutschland in einer gewaltigen demographischen Krise steckt, wurde bei der letzten Rentendebatte kein Wort verloren über mehr Geburten bzw. über Abtreibungen.
Dabei sterben nach offiziellen Zahlen – also ohne Berücksichtigung der Dunkelziffer – ca. 106.000 Kinder jährlich durch Abtreibungen.
Wäre es nicht naheliegend, diese tragische Situation zu verbessern, um das Töten und die demographische Krise zu beenden?
Aber nein, ganz im Gegenteil. Denn der Todeskatalog der schwarz-roten Regierungskoalition ist erschreckend:
• flächendeckende und wohnortsnahe Abtreibungen ermöglichen,
• die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung erweitern,
• die SPD will Abtreibungen komplett aus dem Strafgesetzbuch streichen,
• die Bundesregierung finanziert internationale Abtreibungs-Organisationen wie Pro-Familia unter dem Vorwand der „reproduktiven Gesundheit“.
Diese Politik kann nur mit einem Wort beschrieben werden: Suizidal!
Man strengt sich stärker an, um Kinder zu töten, als um Kinder auf die Welt zu bringen!
Und die Grünen, die sich darauf vorbereiten, nach einem baldigen Zusammenbruch der aktuellen schwarz-roten Regierungskoalition in die Regierung zu kommen, agitieren schon jetzt in geradezu besessener Art und Weise gegen Ungeborene und Lebensrechtler:
• Krankenhäusern in kirchlicher Trägerschaft soll es nicht mehr gestattet sein, kein Abtreibungen anbieten zu dürfen. Dies betrifft insbesondere katholische Krankenhäuser.
• Abtreibungen sollen in der ärztlichen Aus- und Weiterbildung verpflichtend verankert werden.
• Kommunale Krankenhäuser sollen verpflichtet werden, Abtreibungen durchzuführen.
• Bei Fusionen von Krankenhäusern – was im Zuge der Krankenhausreform demnächst oft vorkommen wird – soll darauf geachtet werden, dass Abtreibungen auch nach der Fusion angeboten werden.
Nicht zu sprechen von der Abschaffung des §218 StGB, der staatlichen Finanzierung von Abtreibung und der Einführung eines Pseudo-Rechts auf Abtreibung in Grundgesetz und EU-Charta der Menschenrechte.
Ja, diese Leute halten Abtreibung für ein Menschenrecht!
All dies sind Zeichen einer unfassbaren historischen moralischen Dekadenz.
Doch die Hartnäckigkeit, die Obsession, der Fanatismus der Abtreibungslobby nimmt wahnhafte Züge an.
Schauen Sie bloß, wie allein die öffentlich rechtlichen Medien laufend Hass und Hetze über uns Lebensrechtler ausbreiten. Zeitweise wurde ins ARD und ZDF jede Woche eine sogenannte Dokumentation über „radikale Abtreibungsgegner“, die im Rahmen einer Weltverschwörung dabei sind, Frauen zu Sklaven der Männer zu machen.
Es ist unfassbar, welche wahnhaften Fake-News mit Zwangsgebühren finanziert werden. Das ist eine fürchterliche Maschine des Hasses, der Hetze und des Todes!
Diese Medien sind die Scharfmacher der Linksextremisten, die dahinten schreien, Gotteslästerungen zeigen, irrsinnigen Hass gegen ungeborene Kinder kundgeben.
Und diese Gruppe da hinten ist noch harmlos: Inzwischen wird auch noch die kleinste Straßenaktion von Lebensrechtlern von Antifas und Linksextremisten gestört.
Linke Gewalt ist der ständige Begleiter von Lebensrechtlern, die den Mut haben, Zeugnis für die ungeborenen Kinder abzulegen.
Nachdem ich über Politik und Moral gesprochen habe und auf den wahnhafte Zustand des Abtreibungsaktivisten gesprochen habe, komme ich zum wichtigsten Punkt:
Wir haben es mit einem geistigen Kampf zu tun. Ja, wir haben es mit jemandem zu tun, der von ganz unten kommt und mit denen, die sich diesem Wesen – dem Teufel also – hier auf der Erde unterstützen.
Und deshalb muss uns klar sein: Unser wichtigster Alliierter ist Gott. Oder besser gesagt: Diesen Kampf für die ungeborenen Kinder und gegen das Böse führt Gott selbst an und wir sind Seine Werkzeuge.
Das Zweite Vatikanische Konzil bezeichnet Abtreibung als „verabscheuungswürdiges Verbrechen“.
Papst Johannes Paul II. erklärte: „Die Billigung der Abtreibung in Gesinnung, Gewohnheit und selbst im Gesetz ist ein beredtes Zeichen für eine sehr gefährliche Krise des sittlichen Bewusstseins, das immer weniger imstande ist, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, selbst dann, wenn das Grundrecht auf Leben auf dem Spiel steht.
Papst Johannes Paul wusste, dass der Kampf für das Leben schwierig ist und fügte hinzu: Angesichts einer so ernsten Situation bedarf es mehr denn je des Mutes, der Wahrheit ins Gesicht zu schauen und die Dinge beim Namen zu nennen, ohne bequemen Kompromissen oder der Versuchung zur Selbsttäuschung nachzugeben.“
Papst Franziskus bezeichnete Abtreibung als das Anheuern eines Auftragsmörders.
Papst Benedikt XVI. sagte: Eine Abtreibung löst nichts, sondern tötet ein Kind, zerstört die Frau, blendet das Gewissen des Vaters und ruiniert oft das Familienleben."
Jüngst lehrte Papst Leo XIV. dass „der Schutz des Rechts auf Leben die unverzichtbare Grundlage aller anderen Menschenrechte bildet“.
Mehr als das, was ich gerade hier aufgezählt habe, brauchen wir für unseren öffentlichen Einsatz für die ungeborenen Kinder nicht:
Mit der Hilfe Gottes, mit der Ermutigung der genannten Päpste, mit der Gewissheit, dass wir für das Gute und die Gerechtigkeit kämpfen und vor allem mit dem Gebet, können wir alle gemeinsam den Pfad der Wahrheit schreiten, der zum Sieg des Lebens über die Finsternis führen wird.
Der Heiland, unser Herr Jesus Christus, gab uns mit: „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt.“
Ja, unsere Begeisterung, unser Idealismus, unser Gottvertrauen müssen so groß sein, dass wir eines Tages selbst diejenigen bekehren können, die da hinten gerade gegen uns brüllen. Auch sie sollen erkennen, in welchem dunklen Kerker des Bösen sie gefangen waren.